Katalog

Marcus Günther - POSE

Der Katalog zur Werkreihe POSE.

Hardcover, 21 x 21 cm, 96 Seiten, 40 farbige Abbildungen, Texte in deutsch und englisch, 20,00 € inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten.

 

Herausgeber und Text: Marcus Günther, Düsseldorf

 

Vorwort und Textredaktion: Nicole Oversohl-Heusinger, Düsseldorf

 

Übersetzung: Global Übersetzungsbüro, Düsseldorf

 

Werkfotografie: Thea Weires, Düsseldorf

 

Layout: Marcus Günther und Carsten Hardt, Düsseldorf

 

ISBN    978-300-061632-7

 

Printed in Germany 2019


Vier Jahre FONIS Galerie

05.07. - 24.08.2019

FONIS Galerie, Düsseldorf

Am Freitag den 5. Juli ab 19.00 Uhr, feiert die FONIS Galerie ihr vierjähriges Bestehen.

Präsentiert werden Arbeiten unterschiedlicher Genres: Fotografien, Skulpturen, Videokunst, Malerei und Zeichnungen. Erstmalig mit 6 jungen Kunststudent*innen aus Düsseldorf, Hamburg, München und Thessaloniki.

 

Künstler:

Linda Adair, Janosch Bröckel, Tuan Anh Do, Arnaldo Gonzales, Daniel Gremme, Marcus Günther, Johannes Hepp, Swen Kählert, Rene Kersting, Ralf König, Tom Messavilla, Antonis Rapanis, Paul Schwaderer, Luis Vidal, Ulrike Watemathe, Bernhard Weiß, Xenia Zorpidou

 

FONIS Galerie

Lindenstrasse 90

40233 Düsseldorf

 

Fon: +49 (0)211 96668011

Mail: info@fonis-galerie.de

www.fonis-galerie.de

 

Öffnungszeiten:

Di. - Fr.: 13.00 - 18.00 Uhr

Sa.: 11.00 - 15.00 Uhr

Jeden 1. Freitag im Monat bis 21.00 Uhr & nach Vereinbarung

 


Könnte aber doch

24.08. - 22.09.2019

Württembegischer Kunstverein, Stuttgart

Ausstellung der Künstlermitglieder

Eine Ausstellung des Württembergischen Kunstvereins

 

Die Gegenwart ist immer schon Vergangenheit. Sie wird kollektiv und zugleich persönlich erlebt. Sie manifestiert sich durch die Handlungen in einem öffentlichen wie privaten, politischen wie poetischen, messbaren wie gefühlten Hier und Jetzt. Die Gegenwart ist, wenn sie als vermeintlich objektive Vergangenheit - wie beispielsweise in der Geschichtsschreibung - zu Tage tritt, vom Realismus der "harten" Fakten geprägt. Das auch Geschichtsschreibung nur eine Erzählung ist, die weder faktisch noch allumfassend, sondern vielmehr ideologisch, durch Herrschaftsverhältnisse, dominante Interessen und gleichermaßen subjektive wie ästhetische Sprachformen* geprägt ist, wird oftmals ignoriert. Gegenwart ist überdies immer auch das Zukünftige. Und je mehr sie zu immer kleineren Zeiteinheiten, die wir Fortschritt und/oder Wachstum nennen, schrumpft, desto mehr scheint sich der Horizont über dem, was war und dem, was kommt, zu verdunkeln: denken wir allein an die Verschiebungen des globalen Klimas. Nichts, was ist oder war, ist jedoch notwendig so, wie es ist oder war. Es könnte auch ganz anders (gewesen) sein.

 

 

"Wenn es Wirklichkeitssinn gibt, muss es auch Möglichkeitssinn geben", schreibt Robert Musil in Mann ohne Eigenschaften (1930) und fasst dies wie folgt zusammen:

 

"Wer ihn [den Möglichkeitssinn] besitzt, sagt beispielsweise nicht: Hier ist dies oder das geschehen, wird geschehen, muss geschehen; sondern er erfindet: Hier könnte, sollte oder müsste geschehen; und wenn man ihm von irgend etwas erklärt, dass es so sei, wie es sei, dann denkt er: Nun, es könnte wahrscheinlich auch anders sein. So ließe sich der Möglichkeitssinn geradezu als die Fähigkeit definieren, alles, was ebenso gut sein könnte, zu denken und das, was ist, nicht wichtiger zu nehmen als das, was nicht ist."

 

Der Konjunktiv "könnte aber doch" reißt eine ebenso schöpferische wie kritische Lücke ind das Gegenwärtige, eine Lücke, die das Gewesene mit dem Kommenden verkoppelt, also mit einer Zukunft, von der wir noch gar nichts wissen können.

 

 

Die Fridays for Future-Demonstrationen werden von einer Generation getragen, der es, so wird es von den Älteren oftmals kolportiert, angeblich an Lebenserfahrung fehlt. Was diese jungen Menschen ein- und zurückfordern, ist eine Zukunft, eine noch kommende Lebenserfahrung, die ihnen derzeit entzogen wird. Sie klagen eine Generation an, die sich trotz oder wegen ihres kritischen Denkens an jene ökonomischen, industriellen, militärischen und politischen Verhältnisse gewöhnt und angepasst hat, die jede zukünftige Lebensgrundlage gänzlich zu zerstören vermögen. Den Möglichkeitssinn, der uns Dank dieses Aufstands entgegenschlägt, zielt auf den Bruch mit dem scheinbar Faktischen und auf die Forderung, "alles was ebenso gut sein könnte, zu denken und das, was ist, nicht wichtiger zu nehmen als das, was nicht ist."

 

 

Was tun? Die Kunst hält viele Beispiele parat, die auf kritische, ironische, poetische, politische und/oder aktivistische Weise alternative Weltmodelle entwerfen, in denen Vergangenheit und Zukunft gleichermaßen als Möglichkeit neu erfunden werden.Die diesjährige Ausstellung der Künstlermitglieder des Württembergischen Kunstvereins möchte diesem Potenzial nachspüren.

 

*Der US-amerikanische Historiker Hayden White hat die Geschichtsschreibung als eine literarische Gattung analysiert und sie nach den rhetorischen Figuren der Metapher, Metonymie, Synekdoch und Ironie unterteilt. Siehe: Hayden White, Metahistory: Die historische Einbildungskraft im 19. Jahrhundert in Europa, Frankfurt am Main 1991 (Original: 1973).

 

 

 

 

Württembergischer Kunstverein

Schlossplatz 2

70173 Stuttgart

 

Fon: +49 (0)711 223370

Mail: zentrale@wkv-stuttgart.de

www.wkv-stuttgart.de

 

Öffnungszeiten:

Di., Do.-So.: 11.00 - 18.00 Uhr

Mi.: 11.00 - 20.00 Uhr